Thoughts are sometimes like whitecaps

no matter on beer or waves
Sonstiges

Der Beginn

Ich wurde geboren. Natürlich wurde ich geboren.
Jeder Mensch erblickte irgendwann einmal als Baby das Licht der Welt, rausgeworfen aus dem warmen Mutterleib in dem die Realität nichts zu suchen hatte. Gar nichts.
Sie kam ja noch früh genug.

Die ersten Jahre verbrachte ich wohl damit, womit alle Babys und Kleinkinder ihre Jahre verbrachten. Weinen, Schreien, Entdecken, wieder weinen, Essen, Pupsen, Scheißern, Erwachsene durch Glucksen beglücken und ähnliche verrückte Dinge, die nur den Kleinsten von uns vorbehalten waren.
Auch wenn ich kein Wunderkind, keine Besonderheit war, so zeigten sich früh bei mir die ersten typischen Verhaltensweisen in den Worten „Nö!“ und „Nein!“
Ich schien ein Verweigerer zu werden, was meine Eltern zwar nicht beglückte, aber sie milde stimmte. Damit hätten sie noch umgehen können. Verweigerer waren zu händeln…
Doch es sollte anders kommen.

An den Kindergarten erinnere ich mich heute noch gerne, sofern ich mich überhaupt erinnern kann.

Ich hatte Freunde, war mehr oder weniger beliebt und liebte zumindest zwei der drei Kindergärtnerinnen sehr. Auch wenn sie mich oftmals für meine freche und laute Art hatten büßen lassen.
Ich erinnere mich, dass ich einmal beim Toben im Raum erwischt wurde und dafür zur Strafe vor die Tür gestellt wurde. Es war mir eine Lehre, mich in Zukunft nicht mehr erwischen zu lassen.
Es waren wirklich wunderbare Jahre und ich vermisse diese Zeit manchmal, sie war so friedlich, so unschuldig, so voller Träume und Wunder. Mit Liebe gesegnet.
Oh, wie liebte ich meine Kindergartenliebe.
Er war süß, unschuldig, naiv, träumerisch. Wir wollten heiraten, Kinder haben und sahen die Welt durch die rosarote Brille flauschig und sanft. Nichts konnte uns anhaben, nicht mal mein, schon jetzt manchmal heftiges, Temperament. Er hielt meine Hand, spielte mit mir und wir hatten uns so gern.

Später kam ich in die Schule, mit stolzen sieben Jahren. Mit dabei waren meine beste Freundin, meine Kindergartenliebe und noch andere Mitstreiter aus meinem bisherigen Leben.
Die Grundschule war toll, denn schon früh bildeten sich die verschiedenen Charaktere und zeigten etliche Mitgören ihre wahren, verlogenen Gesichter.
Vielleicht war ich nicht die Leiseste, vielleicht war ich auch nicht die Einfachste. Definitiv war ich nicht unbedingt die Netteste, auch wenn ich mich stetig bemühte um Freundlichkeit und Höflichkeit, ganz im Sinne meiner Eltern.
Ja, ich versuchte mich sogar darin, Harmonien zu schaffen, wo eigentlich keine waren.
Wenn ich darüber nachdenke, so weiß ich noch heute, dass einige dieser tollen Mitschülerinnen schon damals kleine, verlogene Miststücke waren, denen ich zu der Zeit noch nichts entgegen zu setzen hatte. Ich ließ mich gängeln, schubsen und ertrug es mit Würde.

Wahre Freunde waren eh schwer zu finden und so hielt ich mich an meinen Kreis aus unserer Straße und vor allem an mich selbst.
Vorwürfe darüber, dass ich nie etwas zu den Vorfällen in der Klasse, Schule und generell zu Hause sagte, tat ich ab. Warum sollte ich? Wollte ich ein Mamikind sein?
Bitte nicht! Wir hatten einen in der Schule, der regelmäßig seine Mutter im Anhang hatte und die uns alle bedrohte, wenn wir nicht lieb zum kleinen Ludwig waren. Diese Person rief auch durchaus bei anderen Eltern zu Hause an, wenn Klein-Lulu wieder seinen Willen nicht bekommen hatte.
Hier bildete sich schon früh das Opfer-Täter-Bild und alles nur wegen der übervorsorglichen Mutter. Er tat mir damals schon sehr leid. Der kleine Lulu.

Hatte ich die vier Jahre in der Grundschule noch Zeiten der Besinnung, des Spaßes und des Glücks, so hörten sie schlagartig mit der Orientierungsstufe auf.
Ja, ich hatte noch so etwas wie eine Orientierungsstufe.
Und als ich das erste Mal auf meine neue Klassenlehrerin traf, erklärten wir uns sofort den Krieg!

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