Thoughts are sometimes like whitecaps

no matter on beer or waves
Sonstiges

Die Realschule

Realschule…

Der süße Duft der Unschuld war verflogen

Die Träume waren geplatzt und die Wünsche nach Perfektion waren längst aufgegeben.

Und die ersten beiden Jahre waren das, was man einen Ritt durch die Hölle nennen konnte. Eine Lehrerin, die zwar die Klasse unter sich hatte, aber die Schüler eher über sich. Sie war nicht stark genug für die Klasse oder sollte man sagen, die Klasse war nicht dumm genug für diese Lehrerin?

Ein bunt gemischtes Völkchen, das an sich schon unstimmig miteinander war, wurde sich immer einig, wenn es um die Lehrer ging.

Während ein Lehrer versuchte uns in Disziplin zu trainieren und zu foltern, hatten andere Lehrer längst ihre Motivation darin aufgegeben und verschlossen die Augen vor den Alltag.

Französisch war nicht das, was es war, man lernte nur die Sprache und in Deutsch wurden die Klassenprobleme diskutiert. In Sport befand die Sportlehrerin, man könnte gefälligst Olympialeistungen bringen, Mathe wurde immer mehr zur Herausforderung für die Durchschnittsschüler und in Kunst wurde trockene Theorie gebüffelt.

Die Klassenfahrt war das, was man nicht vorhanden nennen konnte. Während die anderen Klassen über vier oder fünf Tage tolle Orte aufsuchten, mussten wir daheimbleiben und konnten nur dicke Backen machen.

Dann aber kam die neunte Klasse und es wurde vieles anders. Neues Klassenoberhaupt, das die Klasse in den Griff bekam mit Witz, Charme und ohne Melone. Aber dafür mit der zerstreuten Art eines Professors.

Manche Lehrer blieben, andere Lehrer kamen neu hinzu, das Bild veränderte sich und man bekam Spaß an der Sache. Ne Menge Spaß. Endlich hatte ich wieder Lust am Unterricht und versuchte nun rauszureißen, was ging. Auch wenn mein Notendurschnitt mittlerweile miserabel war.

Der erste Freund, der erste Kuss.

Die erste Liebe, das erste Glück, dass schnell wieder zerbrach.

Neuer Freund, neue Küsse…

Ich konnte mich nicht entscheiden und wollte auch nicht. Ich wollte frei sein, Leben und mein Leben genießen, mich nicht festlegen.

Ich betrog den Freund mit seinem Bruder, betrog den Bruder mit dessen Freund. Und ich war nicht nur ein Verweigerer, ich war sogar das, was man eine Heuchlerin und Lügnerin nannte. Ich kannte kaum noch Grenzen.

Ich rauchte, trank und war jedes Wochenende betrunken. Ich lebe meine persönliche Party und auch wenn ich heute immer noch sage, dass ich pünktlich immer im Bett war, so war das nur die halbe Wahrheit. Von 22 Uhr bis 2 Uhr morgens konnte man eine Menge erleben und mitmachen.

Vier Stunden reichten, um das Leben zu leben, die Nacht zum Tag zu machen und ein Miststück zu sein. Sie reichten völlig.

Lange lebe das Leben, das Leben lebe lang!

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