Ich hätte früher merken müssen, dass ich mir nichts mehr sagen lasse.
Nicht von ihm. Von niemandem.
„Seit wann entscheidest du, mit wem ich trainiere?“
Ich drehte mich langsam um.
Kälte breitete sich in mir aus – leise, tödlich ruhig.
Darek stand da, als gehöre ihm der verdammte Ort.
Gelassen. Fast amüsiert.
„Seit du aufgehört hast, dich selbst herauszufordern.“
Mein Griff um den Dolch wurde fester.
„Das ist nicht deine Entscheidung.“
Er trat einen Schritt näher.
Nicht hastig. Nicht laut.
Als hätte er alle Zeit der Welt.
„Vielleicht nicht“, sagte er ruhig.
„Aber ich treffe sie trotzdem.“
Lyra sagte etwas. Irgendetwas von Ausweichen, von Verständnis.
Ich hörte ihr nicht zu.
Mein Blick blieb auf ihm.
„Und ich nicht?“, schnitt ich ihr das Wort ab, ohne sie anzusehen.
Sein Lächeln war kaum mehr als ein Schatten.
„Ich bin nicht hier, um dir deinen Platz streitig zu machen, Vögelchen.“
Ich zog den zweiten Dolch.
Dann war es eben so.
„Du brauchst keinen Schüler“, sagte er leise.
Ein Schritt. Noch einer.
„Du brauchst einen Gegner.“
Für einen Moment war alles still.
Kein Wind. Kein Atem. Nichts.
Dann nickte ich kaum merklich.
Gut.
Dann sollte er mein Gegner sein.
Das ist Elra.
Nicht angepasst.
Nicht kontrollierbar.
Und ganz sicher nicht ungefährlich.
Wenn du wissen willst, was passiert, wenn jemand wie sie aufhört, sich selbst zurückzuhalten.
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